Bericht zum2. Treffen der Brandenburger-Berliner-Forstfauen

Am 19.06.2021, genau ein Jahr nach unserem ersten Treffen, haben wir uns zu einer Exkursion ins Revier von Monique Müller nach Sauen aufgemacht. Maria Dennert hat dies organisiert. Vielen herzlichen Dank dafür.

Sauen ist ein kleiner Ort, malerisch gelegen, südlich von Fürstenwalde/Spree im Scharmützelseegebiet. August Bier, Chirurg, hat hier Anfang des 20. Jahrhunderts gewirkt. Er verfolgte die Idee, den Wald als Organismus zu betrachten. Diesen in einen guten Zustand gebracht, durch Bodenverbesserung und Vielfalt in den sich gegenseitig unterstützenden Elementen (u.a. Baumarten), dann, so die Idee, ist der Organismus gut aufgestellt, um auf äußere Einflüsse verschiedenster Art reagieren zu können. Seine Nachkommen verfolgen diese Idee in der Stiftung „August Bier“ weiter. Revierförsterin Monique Müller ist DIE umsetzende Kraft dabei. Kompetent und souverän führte sie uns durch den Tag.

Wir waren 6 Frauen, die sie am 19. Juni besuchten. Es war ein heißer, sonniger Tag. Monique sorgte für unser leibliches Wohl mit Wasser, Melone und Wildbratwürstchen und erzählte uns viel Wissenswertes zur Person August Bier, der Stiftung, der waldbaulichen Umsetzung am Anfang und, für uns ganz besonders interessant, aktuell. Wir besuchten die Grabstätte und gingen dann in den Wald, um an Ort und Stelle waldbauliches Geschick in Zeiten des Klimawandels zu diskutieren. Am Ende hat Monique uns eingeladen, bei ihr zu jagen. Es wurden die Infos festgehalten, ob Frau einen oder mehrere Stöber- oder Schweißhunde dazu mitbringt… . Wer also aus dem Netzwerk Lust hat, auch in diesen Verteiler aufgenommen zu werden, der melde sich.

Es gab, wie Frau sieht, einen regen Austausch zu Waldbau, Netzwerken, Jagd, die eigene Arbeit und vieles mehr. Am Ende haben wir für uns festgestellt, dass Exkursionen nur mit Frauen einfach anders sind. Wie und warum anders, das könnt ihr alle gerne selber erleben beim nächsten Mal. Denn das war auch klar. Wir wollen noch einmal zu Monique in den Wald. Es war ein erfüllter Tag, allen gefiel es ausgesprochen gut. Vielen herzlichen Dank an Monique dafür.

 

Bericht zur internationalen Online-Tagung „Wald in Frauenhänden“

Bei der bestens organisierten internationalen Online-Tagung „Wald in Frauenhänden“ waren bis zu 680 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt am Bildschirm versammelt. Das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat diese Konferenz gemeinsam mit den Forstfrauen, der International Union of Forest Research Organizations (IUFRO) und der International Forestry Students’ Association (IFSA) im Auftrag des Ministeriums für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und des österreichischen Walddialogs organisiert. An dieser Stelle gebe ich nur kurz meine Eindrücke wieder, es wird seitens der Veranstalterinnen noch Ergebnisberichte geben.

1. Tag
Nach der Begrüßung durch die österreichische Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger waren weitere herausragende Namen von Vortragenden unter anderem

  • Gun Lidestav, Professorin aus Schweden und UFRO Task-Force-Koordinatorin “Gender Equality in Forestry”,
  • Alina Lehikoinen, Präsidentin der „IFSA =International Forestry Students Association“ und Studentin in Helsinki,
  • Beth Mc Neil, stellvertretende Ministerin für den kanadischen Forstdienst und nicht zuletzt
  • Renate Späth, Referentin im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, langjährige Vereinsfrau und ebenfalls Expertin für Gender in Forestry. Gemerkt habe ich mir ihre Aussage, dass Gender seit 20 Jahren nicht viel besser geworden sei – ich hoffe, ich zitiere richtig.

Darüber hinaus gab es einige weitere AkteurInnen, die ich an dieser Stelle nicht alle aufzählen kann.

2. Tag
Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ hat sich unser Verein mit einem englischsprachigen Poster präsentiert (Englisch, Deutsch). Vielen Dank an der Stelle an Nora Walbrun, die aufgrund der Vermittlung durch Bhavana Kaiser das Poster entworfen hat und an Julia Homann, Birgits Tochter, die den Text ins Englische übersetzt hat!

Ein wesentliches Ergebnis der Tagung ist, dass derzeit ein Schirmnetzwerk zur Vernetzung internationaler Forstfrauenorganisationen gegründet wird. Beteiligte Länder sind bereits Österreich, Norwegen, Island, Slovenien, Ukraine, Dänemark und Deutschland. Einige dieser Gruppen sind bereits durch das FEM4 Forest Projekt vernetzt, das wir im letzten Newsletter vorgestellt hatten. Neben eigenen Mentoring Programmen auf Landesebene, wie z.B. in Österreich oder im Bundesland Bayern, ist auch ein internationales „Buddy-System“ für junge Forstfrauen angedacht.

Die Österreicherinnen arbeiten gedanklich bereits an einer Fortsetzung: Sie möchten die Konferenzteile, die aufgrund des Online-Formats nicht stattfinden konnten (persönliches Networking, Exkursion, Besichtigung des Waldcampus), im kommenden Jahr nachholen und dazu befreundete Forstfrauen-Netzwerke einladen. Als möglicher Termin sind 2-3 Tage im Mai oder Juni 2022 angedacht.

 

Einladung zur 35. Bundesforstfrauentagung

Wir freuen uns, zur 35. Bundestagung des Vereins „Frauen im Forstbereich e.V. einladen zu können. Sie findet statt

vom 16. – 19.9.21 in Lauchhammer, Niederlausitz

Alle interessierten Frauen sind herzlich eingeladen, an der Tagung teilzunehmen, eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich.

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Projekt: Wald in Frauenhänden (Fem4Forest)

Fem4Forest identifiziert und analysiert die Innovationsbedürfnisse des Arbeitsmarktes und der Forstunternehmer und demonstriert die Übertragbarkeit von Ideen und Good-Practice-Beispielen (GPE) durch eine Reihe von Pilotaktionen im Gebiet der Donauregion (DR). Damit sollen die Fähigkeiten von weiblichen Akteuren gefördert werden, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen bzw. ihr Forstunternehmen zu modernisieren.
Daher ist das Hauptziel von Fem4Forest die Stärkung des Forstsektors auf lokaler, regionaler und internationaler Ebene durch die verstärkte Einbindung und die Fähigkeiten von weiblichen Akteuren durch die Unterstützung ihrer gleichberechtigten Präsenz und Kompetenzen.

Webseite: Forests in Women´s Hands (Fem4Forest)

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16. Mai 2017: Forstfrauentreffen NRW

Einladung zur Landestagung NRW des Vereins „Frauen im Forstbereich e.V.“ 16.Mai 2017, 10.00 – 16.30 Uhr

Waldpädagogisches Zentrum (WPZ) Burgholz in Wuppertal

Programm

9.30 Uhr        Anreise, Begrüßungskaffee

10.00 Uhr      Beginn

  • Begrüßung „Frauen im Forstbereich“, Ingrid Dohmen
  • Begrüßung Regionalforstamt Bergisches Land, NN

10.30 Uhr      Aktuelles zur Gleichstellung

  • Neuregelungen im aktuellen Landesgleichstellungsgesetz, Sigrid Krutzinna

11.00 Uhr      Kaffeepause

11.15 Uhr      Vortrag: Stimme und Führungsrolle  – Selbststeuerung im Rahmen der Rollenbilder, Maria Beck, Expertin für Stimme und Sprechkultur, Düsseldorf

12.45 Uhr      Mittagspause

13.30 Uhr      Fach-Exkursion in das Versuchsrevier und Arboretum Burgholz

„Fluch oder Chance – zur Bedeutung fremdländischer Baumarten in Zeiten des Klimawandels“, Wolfgang Müller

15.45 Uhr      Resümee und Verabschiedung

16.30 Uhr      Ende der Veranstaltung

 

TAGUNGSBEITRAG:       15,00 €          Getränke und Mittagessen

SONDERURLAUB:           Mitarbeiterinnen von Wald und Holz NRW können für die Tagung Sonderurlaub beantragen.

TAGUNGSADRESSE:      WPZ Burgholz, Friedensstr. 69, 42349 Wuppertal

                                               02261-7010-321, Sonja Schröder

ANMELDUNG:                    Bitte schriftlich auf beiliegendem Anmeldebogen Treffen NRW_160517                                            

 

RÜCKFRAGEN zur TAGUNG: Irene.Schmitz@wald-und-holz.nrw.de (Tel.: 02261-7010-210, mobil: 0171-5871361)

RÜCKFRAGEN zum VEREIN:  ingrid.dohmen@wald-und-holz.nrw.de, mobil: 0171-5870167

Bundestagung 2016

Anfang November 2016 trafen sich Forstfrauen aller Berufsgruppen aus ganz Deutschland zu ihrer jährlichen Bundestagung im mittelhessischen Haiger, das im Bereich des hessischen Forstamts Herborn liegt. Bereits zum 30. Mal kamen die Teilnehmerinnen in den Genuss vielfältiger forstfachlicher Themen und eines persönlichen Austauschs. Perfekt organisiert und geleitet von Wiebke Gerndt, der örtlichen Revierleiterin von HessenForst, lag der Schwerpunkt dieses Jahr neben dem Landesbetrieb HessenForst bei Windkraftanlagen im Wald, dem FriedWald Herborn, dem Umgang mit den Eichenwäldern im Revier sowie der genossenschaftlichen Bewirtschaftung der dortigen Hauberge. Ein persönlicher Gewinn war für alle der Vortrag zur eigenen seelischen Widerstandsfähigkeit, der Resilienz.

 

Petra Westphal, Pressesprecherin des Landesbetriebs HessenForst, berichtete Interessantes über den Landesbetrieb allgemein, die Situation der Försterinnen und das Zertifikat Beruf und Familie. Dabei stellte sich heraus, dass Vieles in anderen Bundesländern ähnlich anzutreffen ist.

Windkraftanlagen im Wald wurden von Forstamtsleiter Gert Rode und der Betreiberfirma vor Ort vorgestellt. Besonders beeindruckte die derzeit erreichte Höhe von 200 Metern vom Boden bis zur Flügelspitze. Ein weiteres Thema war die Flächeninanspruchnahme für Zuwege, Fundamente und Aufbau der Anlagen sowie deren Rückbau. Ob Windkraft im Wald sinnvoll ist oder nicht, wurde von den Teilnehmerinnen sehr differenziert gesehen.

Die nächste Station war der FriedWald Herborn, einer von mehreren hessischen FriedWäldern. Förster Matthias Lammert und zwei Mitarbeiter der FriedWald AG erläuterten während eines Rundgangs auf dem 50 Hektar großen Gelände das Konzept und beantworteten alle aufkommenden Fragen. Der Andachtsplatz unter freiem Himmel bietet einen ungewöhnlichen Raum für diese besondere Art von Bestattungen, die bundesweit immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Am Abend ging die Personal Trainerin Monika Finkbeiner gemeinsam mit den Försterinnen der interessanten Frage nach: Wie können wir unsere Seele angesichts der großen Herausforderungen aus Beruf und Alltag gesund erhalten? Resilienz heißt das Zauberwort und alle konnten wertvolle Tipps aus theoretischem Wissen aufgelockert durch praktische Übungen mit nach Hause nehmen.

Die Mitgliedsversammlung des Vereins Frauen im Forstbereich e.V. wählte für die nächsten zwei Jahre mit Sibylle Michels eine freiberufliche Försterin zur neuen 1. Vorsitzenden.

Am zweiten Tag führte eine Exkursion in das Revier Struth zum forstlichen Dauerthema Eichenbewirtschaftung: Revierleiterin Wiebke Gerndt stellte verschiedene Waldbilder und Vorgehensweisen vor; darunter auch interessante eigene Naturverjüngungsversuche mit der Eiche in mit Buche gemischten Wäldern. Bereits seit 1905 wissenschaftlich begleitet wird eine Niederdurchforstungsfläche in ihrem Revier, deren Ergebnisse vor Ort präsentiert und rege diskutiert wurden.

Eine forstliche Besonderheit stellt die genossenschaftliche Bewirtschaftung der Hauberge in ihrem Revier dar. Seit Mitte des vorigen Jahrtausends werden die Eichenniederwälder nach althergebrachten Regeln bearbeitet, die die Dorfgemeinschaft bis heute zu gemeinschaftlichem Handeln und demokratischem Denken zwingt. Die Einteilung der Flächen erfolgt nach einem ausgeklügelten System und am Ende sind große Eichenniederwaldbereiche mit wenigen verbleibenden Samenbäumen auf den Stock gesetzt!

Die diesjährige Bundesforstfrauentagung bot nicht nur ein vielfältiges interessantes Programm. Die gegenseitigen Informationen und des Austausch untereinander waren wieder einmal wichtiger Bestandteil und wurden rege genutzt.

 

Im kommenden Jahr 2017 wird die Jahrestagung der Frauen im Forstbereich am ersten Novemberwochenende in Rheinland-Pfalz stattfinden.